Zentralisierte Destillation und Verteilung von Lösemitteln

Lösemittel-Recyclinganlage ASC-500 mit 1000 Liter-Kunststofftanks (Quelle: Ofru Recycling)

Das Unternehmen entwickelte speziell für die Flexo- und Tiefdruckindustrie ein Konzept zur zentralen Sammlung, Aufbereitung und Destillation verschmutzter Lösemittel sowie zur Verteilung der entsprechend aufbereiteten Lösemittel an die Druckmaschinen.

Anzeige

Bislang wurden die verschmutzten Lösemittel vom Maschinenpersonal in Fässern durch die Produktionshalle transportiert, was so unangenehm wie zeitraubend war. Dies bedeutet nicht nur ein Gesundheitsrisiko durch Dämpfe und Gerüche, sondern es handelt sich dabei streng genommen um einen innerbetrieblichen Gefahrguttransport.

Das zentralisierte Ofru-Konzept zur Lösemitteldestillation ist auch für große Druckstandorte geeignet (Quelle: Ofru Recycling)

Druckmaschinen sind heute oftmals mit fest eingebauten Wasch- und Reinigungssystemen ausgestattet. Doch bei der Erstellung von Konzepten zur Aufbereitung verschmutzter Lösemittel finden manuell zu reinigende Maschinen oftmals zu wenig Beachtung.

Ein neues Konzept

Zur Lösung dieses Problems hat Ofru Recycling ein umfassendes, aus mehreren Bausteinen bestehendes und kundenspezifisch konfigurierbares Konzept zur Lösemittelaufbereitung im Programm. Ausgangspunkt ist zunächst das verschmutzte Lösemittel im entsprechenden Tank an der Druckmaschine. Das „Ofru-Integration-Kit“ wird direkt an der Druckmaschine platziert und mit dessen Hilfe das verschmutze Lösemittel zum Ofru-Sammeltank transportiert. Ausgestattet mit einem Füllstandsensor puffert er das im Auflagendruck anfallende Schmutzlösemittel und stellt somit eine kontinuierliche Destillation sicher.

Ein weiterer Baustein ist die Offline-Anbindung älterer oder manuell zu reinigender Druckmaschinen. Dabei wird das in Behältern angelieferte verunreinigte Lösemittel an einer Füllstation entleert, indem es mit einer Doppel-Membranpumpe in den Sammeltank gepumpt und von dort zur Destillationsanlage transportiert wird.

Der Destillationsprozess

Für die eigentliche Lösemittelaufbereitung kommt oft die Ofru-Destillationsanlage ASC-500 zum Einsatz. In Abhängigkeit zum Verunreinigungsgrad wird das Lösemittel (z.B. Ethylacetat oder Ethanol) mit einer Geschwindigkeit von 90 Litern pro Stunde aufbereitet. Um eine Nitrocellulose-Reaktion zu verhindern, darf das Destilliergut nur mit einer Heiztemperatur von höchstens 100°C belastet werden. Außerdem wird zur Senkung der Siedetemperatur die Destillation unter Vakuumbedingungen durchgeführt.

„Eine Besonderheit der ASC-Anlagenserie ist der konische Destillationskessel mit ist seine große Wärmeübergangsfläche“, so Ofru-Geschäftsführer Denis Kargol. Der steile Konus vereinfacht die Entleerung der Destillationsrückstände in einen unter der Anlage stehenden Rückstandsbehälter. Die zwei Rakelklingen aus leitfähigem Spezialkunststoff halten die Wärmeübertragungsflächen bzw. Heizflächen frei von Ablagerungen. Damit ist eine stets gleichbleibende und hohe Destillationsleistung und gute Aufbereitungsqualität sichergestellt.

Kontinuierliche Produktion

Aufgrund seiner Systemeigenschaften bedient die ASC-500 kontinuierlich eine dreischichtige Produktion mit mehreren Druckmaschinen. Gesammelt wird das destillierte Lösungsmittel in einem Puffertank für Sauberware, wofür Ofru Kunststoff- oder Edelstahltanks mit Fassungsvermögen zwischen 500 und 4000 Litern liefert.

Aus diesen Puffertanks werden die Tanks der Druckmaschinen sowie die Transportbehälter an der Entnahmestation mit aufbereitetem Lösemittel befüllt. Bei Inline-Druckmaschinen kann diese Befüllung automatisch ohne jegliche manuellen Eingriffe erfolgen. Der Lösemittelkreislauf ist damit geschlossen und der Maschinenbediener kann sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren. [5122]

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: