von Adrian Tippetts

Management-Software zur Verringerung des Farbausschusses

GSE, Anbieter von Farblogistiklösungen, hat mit dem Ink Manager eine neue Version seiner Druckfarbenmanagement-Software auf den Markt gebracht, die in den Produktionsworkflows des Verpackungsdrucks Ausschuss verringern und die Farbqualität sichern soll. Neue Funktionen, bessere Verbindungsmöglichkeiten und eine umfassendes Reporting gehören zu den neuen Funktionen.

Als modular aufgebaute Software mit Windows-Design bietet GSE Ink Manager eine Funktionalität wie ein modernes ERP-System. Optional sind eine WLAN-Verbindung zum Dosiersystem sowie eine App für die externe Dateneingabe und den Zugriff auf Echtzeitdaten erhältlich. GSE Ink Manager ist mit Mobiltelefonen kompatibel, sodass Prozessschritte auch ohne Nähe zum Dosiersystem ferngesteuert werden können.

Die detaillierten Dosierlisten sind ein Beispiel für das moderne Softwaredesign mit intuitiv verständlichen Funktionen (Quelle: GSE )

Prozessoptimierung

Ink Manager unterstützt alle Hauptschritte des Workflows und bietet in zehn Bereichen Potenzial für Prozessoptimierungen:

Herstellung eigener Farben: Durch die Software und das Dosiersystem stehen für Druckaufträge exakte Farben in präzisen Mengen zur Verfügung, zusammengestellt aus Basiskomponenten. Die Druckfarbenkosten sollen dadurch um bis zu 30 Prozent reduziert werden, da es nicht mehr notwendig ist, teure Farbmischungen zu kaufen und auch bei dringenden Aufträgen keine Restmengen verbleiben.

Wiederverwendung von Restfarben: Eine erneute Verwendung von Druckfarben, die nach dem Produktionslauf in der Kammer verbleiben, kann bei den heutigen anwendungsspezifischen Farben und Lacken recht komplex sein. Ein gut organisiertes Registersystem ist deshalb unerlässlich.

Mit den verfügbaren Strichcode-Scans und erweiterten Suchfunktionen ermöglicht Ink Manager eine Wiederverwendung von Druckfarben auf unterschiedliche Weise: Restfarben, die ähnliche Farbwerte oder ähnliche Basiskomponenten aufweisen, können zu einem Verbund kombiniert werden. Die Rezeptur lässt sich dann durch Berechnungen anhand der benutzten Behälter oder unter Verwendung eines Farbrezeptierungssystems ermitteln. Der Verbund wird zu einer einzelnen Basisfarbe mit Anbindung an das Farbdosiersystem, das für neue Druckaufträge genutzt wird. Ink Manager unterstützt die Verbundbildung mit Listen der Restfarben. Das Haltbarkeitsdatum des Verbunds ergibt sich aus dem zuerst erreichten Verfallstermin einer der Komponenten.

Farben und Lacke können außerdem in verschiedene Qualitätsserien eingestuft werden. Bei Aufträgen mit weniger anspruchsvollen Spezifikationen besteht dann die Möglichkeit, Premiumlacke zu ersetzen, während bei höheren Qualitätsansprüchen keine Standardlacke zum Einsatz kommen dürfen. Für spezifische Aufträge, bei denen spezielle Farben erforderlich sind, können Restfarben auch reserviert werden.

Lieferkettenmanagement: Ink Manager unterstützt Echtzeit-Bestandsinformationen. Für alle Basisfarben, die mit dem Dosiersystem verbunden sind, wird die Gesamtmenge berechnet und der Lagerinhalt angegeben. Wenn Bestände in das Dosiersystem geleitet werden, erfolgt eine Datenanpassung. Fallen Basisfarben unter die jeweils festgelegte Mindestmenge, wird automatisch eine Nachbestellung aufgegeben. Bestandsmanagementberichte unterstützen die Optimierung von Prozessen und Prognosen.

Farbkorrekturen: Aufgrund von Inkonsistenzen bei Substrat oder Rasterwalze können Farbanpassungen nach dem Dosieren erforderlich werden. Beim Behälter sind temporäre Korrekturen möglich und die Rezeptur kann permanent verändert werden – entweder manuell oder mithilfe eines Spektralfotometers und einer Farbrezeptierungssoftware. Behälter mit korrigierten Farbformulierungen werden registriert, sodass eventuell verbleibende Restfarben wiederverwendbar sind.

Neue Farben: Mit Farbrezeptierungssoftware sind neue Farbvarianten erstellbar; die zugehörige Rezeptur kann direkt an GSE Ink Manager gesendet werden. Korrekturen an der neuen Farbe lassen sich erfassen, und für das Tisch-Proofing können Mikromengen dosiert werden.

Nachverfolgbarkeit: Die Software bietet unmittelbaren Zugriff auf Informationen über die Qualität und Quantität der verarbeiteten Restfarben sowie über die Komponenten für einen Druckauftrag. Abrufbar ist auch, welche Aufträge mit einer spezifischen Druckfarbencharge produziert wurden. Sollte eine Reklamation eingehen, kann die Druckerei reagieren und gemäß ISO-, GMP- oder BRC-Normen die Ursache feststellen. Zudem ermöglichen Reporting-Funktionen die Chargenrückverfolgbarkeit mit Angaben zum Haltbarkeitsdatum und verwendeten Restfarbenbehälter.

Management-Reporting: Nach Bedarf werden umfassende Berichte zur Verfügung gestellt, damit strategische Entscheidungen getroffen werden können. Die Berichte lassen sich auch für die Anzeige in Softwareprogrammen von Drittanbietern – beispielsweise Microsoft Excel – exportieren. Zu den verfügbaren Echtzeit-Übersichten gehört ein Bericht über die 20 am häufigsten genutzten Komponenten. Weitere vordefinierte Berichte betreffen Restfarben, Aufträge, Rezepturen und Rückverfolgbarkeit.

Kostenkontrolle: Für jeden Druckauftrag werden die Farbmengenanforderungen genau angegeben. In den Algorithmus dafür fließen die Flächendeckung und der Substrattyp ein, sodass präzise Prognosen entstehen. Die Farbverbrauchskosten pro Auftrag – unter Berücksichtigung der abzuziehenden Restfarben – können in einem Bericht ausgegeben werden.

Workflow-Management: Auftragslisten zum Vorbereiten einer Arbeitsaufteilung sowie Farbproduktionsangaben vereinfachen die Planung, da Restfarbenbehälter vorab zusammengestellt werden können. Darüber hinaus können Auftragslisten für nachfolgende Schichten vorbereitet werden, damit bei der Arbeitsübergabe an Kollegen alles klar ist.

Softwareintegration: Mit webbasierten Funktionen und mobiler App-Technologie bietet Ink Manager die Möglichkeit, mehrere Informationsströme – beispielsweise aus Software für die Druckvorstufe und für die Farbrezeptierung – zu integrieren. So können alle relevanten Informationen zum Prozess gebündelt auf einer Anzeigeseite dargestellt werden. Auch eine einmalige Dateneingabe ist möglich. Links zu ERP-Systemen vereinfachen den systemübergreifenden Austausch von Informationen, etwa zu vorbereiteten Aufträgen, Rezepturen oder Auftragsdaten.[2847]