Gerüche an Verpackungsmaterialien – Die menschliche Nase

Wichtig für die Beurteilung der Qualität von Verpackungsmaterialien ist auch der Geruch. Trotz der heute extremen Nachweisempfindlichkeit der speziellen Instrumente gibt es Geruchsprobleme, die sich einer instrumentellen analytischen Aufklärung entziehen.

Das empfindlichste Nachweisinstrument für Gerüche an Verpackungsmaterialien ist sicherlich die menschliche Nase. Es muss an dieser Stelle jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Geruchsbeurteilung von Verpackungsmaterialien nur von Prüfern durchgeführt werden sollte, die über eine hinreichende Schulung verfügen. Darüber hinaus sollte ein „Geruchsteam“ immer aus mehreren Personen unterschiedlichen Geschlechts und Alters bestehen. Die Geruchsprüfung wird nach DIN 10955 oder DIN 1230-1/1230-2 durchgeführt. Bei der Geruchsprüfung sollte man das unbedruckte Material des jeweiligen Druckobjekts immer mitprüfen. In seltenen Fällen kann auch eine bakteriologische Geruchsbildung vorliegen. Hier sollte man die Probe in der entsprechenden bakteriologischen Labor untersuchen lassen. Ist eine Probe beidseitig bedruckt, dann ist oft von Interesse, welche Seite am stärksten riecht. Hierfür gibt es eine geeignete Apparatur.

Bei den Lösemitteln unterscheidet man zwischen stark und schwach riechenden Lösemitteln. Innerhalb der einzelnen Lösemittelklassen gibt es einen Zusammenhang zwischen Molekulargewicht und Geruchsschwelle. Je höher das Molekulargewicht des Lösemittels seiner Verbindungsklasse, desto niedriger die Geruchsschwelle (Tabelle).

Lösemittel Molekulargewicht [g/mol] Geruchsschwelle [mg/m3]
Toluol 92 17
Ethylacetat 88 141
Ethanol 46 988
Methylethylketon 72 126
Isopropanol 60 491
Benzol 78 193
Xylol 106 4
Isopropylacetat 102 68
Methanol 32 1975
n-Propanol 60 16
n-Butanol 74 0,13
n-Butylacetat 116 4
Methylacetat 74 579
Aceton 58 242

 

Man sollte bei der Lösemitteleingangskontrolle auf Verunreinigungen achten. Zusätzlich ist auch eine Geruchsprüfung mittels Riechstreifen sinnvoll. Bei der Geruchsanalyse mit dem Riechstreifen wird nicht gerochen, sondern geschnüffelt. Modernen bildgebenden Verfahren zufolge sind Schnüffeln und Riechen für das Gehirn unterschiedliche Vorgänge. Beim Riechen besetzen etwa 5 % der Geruchsstoffe die Rezeptoren der Riechschleimhaut, während es beim Schnüffeln etwa 20 % sind. [3734]

Lesen Sie den ganzen Artikel in der Flexo+Tief-Druck 1-2018, die am 29. Januar erscheint.