Nachhaltige Verpackungen

Barrierelacke als Alternative zu PE-Folien?

Barrierelacke für Verpackungsprodukte können eine Alternative zu PE-beschichtetem Verpackungsmaterialien sein (Quelle: Schmid Rhyner AG)

Die Schmid Rhyner AG arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, um die Technologie der Barrierelacke für Verpackungsprodukte und deren Hersteller als eine nachhaltige Alternative zu PE-beschichtetem Verpackungsmaterial weiter zu entwickeln.

Barrierelacke als Alternative

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Ein massives Wachstum [1] weisen vor allem die Fastfood-Verpackungen und Getränkebecher auf. Die verwendeten Produkte bestehen heute zu einem großen Teil aus Karton. Entsprechend ist eine Barriere zum Schutz des Substrates und/oder dessen Inhalt notwendig. Dabei werden als Barriere zwischen den öl- oder fetthaltigen sowie flüssigen Inhalten heute hauptsächlich PE-Folien verwendet. Die schlechte Recyclingfähigkeit der PE-Layer, somit der hohe Einsatz von Kunststoff, ist aber ein wesentlicher Nachteil von diesen beschichteten Substraten. Aus diesem Grund wird auf allen Ebenen nach weiteren Lösungen für das Vermeiden von zusätzlichen Kunststoffabfällen gesucht. Als eine sehr gute Alternative können in vielen Fällen Barrierelacke eingesetzt werden.

Schmid Rhyner bietet unter dem Produktnamen Galacryl Barrierelacke an und arbeitet zu deren Weiterentwicklung mit namhaften Partnern aus der Verpackungsbranche zusammen. Ein wichtiger Partner von Schmid Rhyner ist der Faltschachtelhersteller Cardbox Packaging aus Österreich. „Als Verpackungshersteller wollen wir unseren Kunden funktionelle aber auch zeitgemässe und nachhaltige Produkte anbieten. Entsprechend ist es uns wichtig, mit Partnern wie Schmid Rhyner Lösungen – Barrierelösungen für den Foodbereich – zu entwickeln und damit einen Kundenvorteil zu generieren“, erklärt Klaus Hockl (Managing Director, Cardbox Packaging Holding) das Interesse an dieser PE-losen Produktionsform.

Vorgaben und Brands

Die regulatorischen Vorgaben für die Entsorgung, das Recycling von Produktionsmaterial und vor allem die Reduktion von Plastik ist für viele verarbeitenden Unternehmen eine große Herausforderung. Den entsprechenden Druck geben die Brandowner an die Hersteller weiter. Dies ist insofern verständlich, als das der Erfolg eines Brands heute unter anderem auch von einer nachweislich nachhaltigen Produktionskette abhängig ist. Chris Düringer (Director Cardbox Packaging Group) bestärkt: “Unsere Verpackungen haben im Produktlebenszyklus z. B. für den Fastfoodbereich eine sehr kurze Lebensdauer, darum gelangen sie sehr schnell in den Entsorgungsprozess. Trotzdem muss die Funktionalität, die Qualität und die Lebensmittelkonformität stimmen. Uns ist es wichtig, dass die Kunden nachhaltige Produktlösungen bekommen. Diese Lösung bieten wir mit den Lacken von Schmid Rhyner, welche den Kunststoffanteil bis zu 75% (Polymere) gegenüber einem Verbundstoffsubstrat reduzieren.“

Produktionstechnische Vorteile

Neben der grossen Polymer-Einsparung, hat die Verwendung von Barrierelacken als Ersatz für PE-Substrate noch weitere nicht zu unterschätzende Vorteile. „Die Produktionszeiten, die wir von den Kunden bekommen, werden immer kürzer. Wenn wir PE beschichtete Boards bestellen, haben wir entweder längere Bestell- und dadurch Produktionszeiten oder müssen ein Materiallager aufbauen, welches unsere Betriebsmittel bindet. Mit dem Einsatz von Barrierelacken können wir unabhängig vom Lieferanten und vor allem Just-in-Time produzieren“, erklärt Michael Scheiber (Technical Plant Manager, Cardbox Packaging Wolfsberg) mit einen klaren Fokus auf Produktivität und einer kostenoptimierten Produktion.

Eine wichtige Rolle bei Barrieresubstraten spielen die KIT- (Fettresistenz) sowie die CoBB-Tests (Wasserabsorbtion). Der Verwendungszweck der Barrierelacke gibt vor wie hoch oder wie tief der Wert sein darf. Mit den Barrierelacken von Schmid Rhyner sollen Kit-Werte bis zu 12 (Optimum) und CoBB-Werte von 0 (Optimum) erreicht werden können.

 [1] Siehe auch SmithersPira „The Futur of Functional & Barrier Coatings for Paper and Board to 2024

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