Mit oder ohne Folie?

Weniger Kunststoffverpackungen? Ein Bericht aus Sicht der Gurke

Die Salatgurke: "Vier Tage nach meiner Ernte liege ich endlich in der Gemüseabteilung. Dank meiner Kunststoffverpackung bin ich immer noch frisch, anders als die schrumpeligen unverpackten Gurken im Nachbarregal." (Quelle: IK industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V)

Ich bin grün, erfrischend, lecker als Salat oder als Snack: eine Salatgurke. 383.000 Tonnen von uns werden jährlich in Deutschland verzehrt. Zwischen Mai und September haben deutsche Salatgurken traditionell Saison. Außerhalb der Saison werden wir häufig aus dem europäischen Ausland importiert. Anlässlich des 7. Tags der Verpackung, einer Initiative des Deutschen Verpackungsinstituts (dvi), nehme ich euch mit auf meine Reise von Spanien bis in den deutschen Supermarkt. Diese trete ich in einer Lebensmittelverpackung an – aus guten Gründen.

 

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Unverpacktes wird verpackt
Nach meiner Ernte auf einem spanischen Feld habe ich ungefähr vier bis sechs Tage Transportweg vor mir, bis ich in einem deutschen Supermarkt ankomme. Vor der Reise erhalte ich noch ein neues Outfit: eine Lebensmittelverpackung aus Kunststoff. In Folie eingeschweißt überstehe ich den Transport besser. Aber warum, wo ich doch bereits eine eigene schützende Schale besitze?

Verpackungen schützen Lebensmittel
Bei der Ernte sind wir Gurken noch frisch und prall, denn wir bestehen zu 96 Prozent aus Wasser. Das Wasser verliere ich allerdings im Laufe der Zeit und werde weich. Würde man mich ohne Lebensmittelverpackung auf die Reise schicken, käme ich blass und schrumpelig an.

Die Folie sorgt für einie längere Haltbarkeit der Gurke
(Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.)

Im Supermarkt wäre ich nach wenigen Tagen so unansehlich, dass man nur noch wenig Lust hätte, mich in den Einkaufswagen zu packen. Dank der Folie verliere ich kaum Wasser und bleibe doppelt so lange knackig und grün wie unverpackte Salatgurken. Die Verpackung schützt meine empfindliche Schale außerdem vor Stößen und Kratzern.

Weniger Lebensmittel verschwenden
Vier Tage nach meiner Ernte liege ich endlich in der Gemüseabteilung. Dank meiner Kunststoffverpackung bin ich immer noch frisch, anders als die schrumpeligen unverpackten Gurken im Nachbarregal.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher schauen sie skeptisch an und gehen weiter – zu meiner Kiste mit den verpackten frischen Gurken. Hinzu kommt: Ich halte mich bei der richtigen Lagerung auch Zuhause noch mehrere Tage. Die unverpackten Gurken müssen entsorgt werden.

Umweltbilanzen im Vergleich
Nicht nur ein Transport oder die Verwendung von Verpackungen für Lebensmittel, auch der bloße Anbau von Salatgurken kostet Energie und Wasser. Verdirbt die unverpackte Gurke, wurde beides umsonst verbraucht und es muss zusätzlich Ersatz produziert werden. Das ist fatal, denn nun fallen die CO2-Emissionen der Produktion doppelt an. Da mein eigener CO2-Fußabdruck 53 x größer ist als der meiner Folienverpackung, bedeutet jede weggeworfene Gurke, die deswegen neu gekauft wird, noch mehr CO2.

Lebensmittelverpackungen richtig entsorgen
Gurken kauft man im Idealfall zur Saison regional – am besten unverpackt direkt vom Markt. Ist das nicht möglich, sind wir verpackte Gurken aber eine echte Alternative. Alle Verpackungen für Lebensmittel verursachen jedoch unweigerlich Abfall. Doch auch Kunststoffverpackungen sind nachhaltig, wenn sie korrekt entsorgt und recycelt werden. Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff gehören deshalb in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Dank meiner wiederverwertbaren Verpackung bin ich auf meiner weiten Reise also gut geschützt. So können Gurken ohne unnötige Lebensmittelabfälle bedarfsgerecht angebaut werden. Das hilft der Umwelt und schont Ressourcen.

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