Inno-Meeting 2025

Neue Wege für nachhaltige flexible Verpackungen

Karsten Schröder
Volles Haus: Karsten Schröder, Geschäftsführer von Innoform und Moderator der Veranstaltung, begrüßte 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 22. Inno-Meeting

Alternativen zu fluorhaltigen Prozesshilfen

Ralf Küsters von LyondellBasell Industries stellte Alternativen zu fluorhaltigen Prozesshilfen vor. Die hierin verwendeten PFAS-Verbindungen führten zum Start verschiedener Verbotsverfahren innerhalb der EU. Für die unterschiedlichen Anforderungen in der Blas- und Gießfolien-Extrusion hat das Unternehmen eine Produktreihe mit der Bezeichnung POLYBATCHPPA entwickelt, die fluorbasierte Verarbeitungshilfsmittel ersetzt. Diese Reihe enthält Produkte, die die Polyethylen-Verarbeitung verbessern, indem sie Schmelzbruch z.B. bei der LLDPE-Blasfolienextrusion verhindert oder den Materialaufbau an der Düse bei der LDPE- und LLDPE-Folienextrusion verringern. Die Produktreihe ist konform mit den lebensmittelrechtlichen Anforderungen in den USA (FDA) und der EU-Behörden.

Zertifizierte Recyclingfähigkeit von Polyamid durch angepasstes Design (Design for Recycling) (Quelle: BASF SE)

Recyclingfähigkeit von Polyamid-haltigen Verpackungen

Simone Schillo von BASF SE präsentierte zu dem nachhaltigen Polyamid-Portfolio von BASF wissenschaftlich fundierte Fakten sowie überzeugende Argumente zur Recyclingfähigkeit von Polyamid-haltigen Mehrschichtverpackungen. Der Einsatz von Polyamiden leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung, da durch dünnere Ausführungen von Mehrschichtverpackungen Verpackungsabfälle reduziert werden können. Studien des unabhängigen Instituts cyclos-HTP GmbH belegen, dass coextrudierte PE/PA-Folien, die mit Haftvermittlern (PE-g-MAH) ausgestattet sind, ohne Prozessanpassungen in bestehende PE-Recyclingströme integriert werden können. Dadurch stellen Polyamide keine Störstoffe im mechanischen Recyclingprozess dar, sondern sind wertvolle Materialien, die nachhaltige Verpackungslösungen und die Kreislaufwirtschaft fördern. In bestimmten Fällen können PA-PE-Rezyklate heutige PE-Folien ohne Rezyklat sogar fester machen.

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Prüfung von Lebensmittelverpackungs-Rezyklaten

Dr. Elisabeth Pinter vom Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI) erläuterte in ihrem aus Wien zugeschalteten Vortrag die Analyseverfahren zur Prüfung von Lebensmittelverpackungs-Rezyklaten. Aufgrund der Vielzahl potenzieller Verunreinigungen muss die Effizienz der Dekontaminationsprozesse durch Challenge-Tests und ein umfassendes Monitoring sichergestellt werden. Hierbei kommen chemische Analytik und In-vitro-Bioassays zum Einsatz.

Im Forschungsprojekt SafeCycle wurden über 600 Kunststoffproben aus Virgin- und Rezyklatmaterialien untersucht. Einige Proben zeigten auffällige Effekte im Ames-Test, darunter Nitrocellulose-basierte Farbensysteme nach dem Recycling – jedoch nicht als einzige Quelle. Eine mögliche Lösung stellt das Deinking bzw. Delabelling dar, für das weitere Forschung notwendig und bereits geplant ist.