Sieben Prozent mehr ausgelieferte Papiersäcke im Jahr 2020

Deutsche Papiersackindustrie geht sicher und stabil durch die Pandemie

Mit einem Plus von sieben Prozent mehr ausgelieferten Papiersäcken im Vergleich zum Vorjahr beendete die deutsche Papiersackindustrie das Geschäftsjahr 2020. Ihre Geschäftsaussichten im laufenden Jahr bewertet sie trotz anhaltender Einschränkungen durch die COVID-19 Pandemie als „gut“. Als Gründe führt sie unter anderem ihre Lieferfähigkeit und Termintreue sowie die kontinuierlich hohe Qualität ihrer Verpackungslösungen heran. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Branchenbarometers der Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V. (GemPSI). Neben einem Rück- und Ausblick informiert der Bericht über Markttrends und Stimmungen in der Branche.

Die deutsche Papiersackindustrie schloss das Geschäftsjahr 2020 mit einem stolzen Zuwachs ab: Von Januar bis Dezember lieferte sie insgesamt sieben Prozent mehr Papiersäcke aus als im Jahr zuvor. Die größten Anstiege verzeichnete sie in den Marktsegmenten Zement (+16,5 Prozent) und Baustoffe (+15,1 Prozent). Das Segment Nahrungsmittel ohne Milchpulver bewegte sich auf unverändertem Niveau. Anführer bei den rückläufigen Segmenten sind Verpackungen für chemische Erzeugnisse mit lediglich -5,6 Prozent. Ihre Geschäftslage bewerten die GemPSI-Mitglieder etwas besser als im Vorjahr mit einem Wert von 2,16 Punkten.

Anzeige

Hohe Nachfrage im Baustoffbereich
Das gestiegene Nachfrage ist nach Angaben der GemPSI-Mitglieder in erster Linie auf die starke Baukonjunktur sowie einem Boom im Do-it-yourself (DIY) Segment – vermutlich verursacht durch die Lockdown-Situation – im vergangenen Jahr zurückzuführen. Auch bei den Einbrüchen im Chemie- und Lebensmittelbereich erkennen sie einen Zusammenhang zum Pandemiegeschehen. Denn das Bestellvolumen für Restaurants, Groß-Kantinen und -Küchen entfiel aufgrund flächendeckender Schließungen. Weiterhin im Trend waren nachhaltige Verpackungen. So standen Papiersäcke aus braunem Sackpapier sowie Materialreduktionen bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit im Fokus der Papiersackkunden.

Mit Optimismus ins Jahr 2021
Trotz anhaltender Unsicherheiten durch die Pandemie blicken die Branchenvertreter optimistisch ins laufende Geschäftsjahr. Zwei Drittel erwarten eine gleichbleibende Entwicklung, ein Drittel geht von einem Zuwachs aus. Diesen erwarten sie am ehesten bei den Baustoffen (ohne Zement) und beim Saatgut. Dank ihrer Lieferfähigkeit und Termintreue, der kontinuierlich hohen Qualität ihrer Verpackungslösungen, ihrer Innovationskraft und Beratungskompetenz fühlen sich die GemPSI-Mitglieder bestens auf dem Verpackungsmarkt positioniert. Neben einer hohen technischen Expertise bieten sie ihren Kunden umweltfreundliche und leistungsstarke Verpackungslösungen an, die individuell auf deren Anforderungen zugeschnitten sind und im Einklang mit der aktuellen Gesetzgebung stehen. Ihre allgemeinen Geschäftsaussichten beurteilen die GemPSI-Mitglieder daher mit einem Wert von 2,3 durchaus positiv. Beim Umsatz erwarten mehr als 80 Prozent eine stabile Entwicklung, die verbleibenden Befragten gehen von einem Anstieg aus. Zu den großen Herausforderungen gehören Kostenschwankungen im Bereich der Rohstoffe. So sehen sich die Papiersackhersteller aktuell mit starken Erhöhungen und Lieferengpässen bei der Beschaffung von Papier und PE-Folie konfrontiert.

Entwicklungen im Papiersackmarkt für Baustoffe
Mit einem Marktanteil von 55 Prozent gehört der Papiersackmarkt für Baustoffe inklusive Zement zu den größten der deutschen Papiersackindustrie. Da Baustoffe sich qualitativ und anwendungstechnisch immer ähnlicher werden, ist für die Hersteller eine Differenzierung über die Funktionen der Verpackung immer wichtiger. Nach Angaben der GemPSI-Mitglieder legen sie besonderen Wert auf Staubfreiheit, Lagerdauer, Feuchtigkeitsschutz, einfache Handhabung, Abfüllgeschwindigkeit sowie Recyclingfähigkeit. Darüber hinaus fragen sie vermehrt kleinere Verpackungseinheiten als die üblichen 25 kg-Gebinde an.

Das könnte Sie auch interessieren