Neue Tiefdruck- und Lackiermaschinen für die Dekorbranche

Stärken bündeln, Synergien nutzen

Eine Gemeinschaftsentwicklung von der Lebbing Business Unit und WDB Systemtechnik: Die neue Tiefdruckmaschine für den Dekorbereich (Quelle: WDB Systemtechnik)

Die beiden westfälischen Unternehmen Lebbing engineering & consulting und WDB Systemtechnik gaben zum Jahresbeginn 2021 offiziell ihre strategische Zusammenarbeit bekannt. Als grundsätzliche Zielsetzung wurde dabei die Bündelung der jeweiligen Stärken und die entsprechende Nutzung von Synergien genannt. Ein praktischer Schwerpunkt dieser Partnerschaft ist die gegenseitige Unterstützung bei aufwendigen Projekten. Darüber hinaus steht die Entwicklung individueller Produkt- sowie Maschinenkonzepte für die Druck- und Converting-Industrie im Mittelpunkt dieser Kooperation.

„Nicht nur die „hard Facts“ stimmen, sondern auch auf persönlicher Ebene sind wir auf einer Wellenlänge. Wir sind beide Westfalen und verfolgen eine nahezu identische Strategie. Unsere beiden mittelständischen Unternehmen wurden in den 1990er-Jahren gegründet und engagieren sich im Sondermaschinenbau“, so Kai Schmedding, der Geschäftsführer von WDB Systemtechnik.

Anzeige

„Der große Unterschied zwischen beiden Unternehmen besteht darin, dass WDB Systemtechnik auf die Konstruktion kundenspezifischer Maschinen und Module für den Verpackungs- und Etikettendruck fokussiert ist, während wir uns vorwiegend auf Retrofitting sowie auf Antriebs- und Automatisierungslösungen für die Papier-, Dekor- und Convertingbranche konzentrieren“, führt Lebbing-Geschäftsführer Guido Lebbing weiter aus. „Wir sind wie zwei Puzzleteile: Individuell sehr unterschiedlich, doch zusammen ein nahtloses Gefüge“.

Maßgeschneiderte Anpassungen
„Lebbing engineering & consulting besteht seit nunmehr über 20 Jahren und ist in Bocholt ansässig. In diesem Zeitraum haben wir uns weltweit eine hohe Expertise im Bereich der Antriebs- und Automatisierungstechnik erworben. Da wir der Jagenberg-Gruppe angehören, die im Wesentlichen spezielle Maschinen und Anlagen für die Papier-, Kunststoff-, Aluminium- und Textilindustrie fertigt, nutzen wir deren internationales Netzwerk an Tochtergesellschaften“, erläutert Guido Lebbing.

In Sachen Antriebs- und Automatisierungstechnik für die Papier-, Dekor- und Convertingbranche hat sich Lebbing engineering & consulting weltweit eine hohe Expertise erworben
(Quelle: Lebbing)
(Bild: © Michael Deutz, Germany)

Über 50% ihres Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit Retrofitting. Dabei liegt der Schwerpunkt auf die Modernisierung von Produktionsanlagen für Druck und Converting. Erst kürzlich wurden mehrere Retrofits an Dekor -Tiefdruckmaschine abgeschlossen. Dabei wurde durch den Austausch der elektrischen Antriebs- und Automationselemente die Leistungsfähigkeit und auch die Sicherheit der Maschine auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. „Durch diese Umbaumaßnahmen wurden Effizienz und Produktivität, aber auch der Sicherheitsstandard dieser Tiefdruckmaschine erheblich gesteigert“, sagt Guido Lebbing.

„Wir bringen daher einen breiten Ehrfahrungshintergrund aus einer Vielzahl erfolgreicher Retrofits sowie unser umfangreiches Know-how in Sachen Antriebs- und Automatisierungstechnik in diese Partnerschaft ein, die bereits erfolgreich angelaufen ist.“

Individuell und nicht von der Stange
„Seit 1995 bauen wir an unserem Produktionsstandort in Enger bei Herford Sondermaschinen für die Papier-, Kunststoff- und Druckindustrie. Ergänzend dazu bieten wir mittlerweile auch Maschinen für den Verpackungs- und Etikettendruck an. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Produkte ‚von der Stange, sondern um individuellen Maschinenbau nach Kundenwunsch. Wir verstehen uns als Anbieter von Komplettlösungen mit allen Dienstleistungen – von der Planung, über den Bau und die Installation bis hin zum technischen Service“, beschreibt Kai Schmedding die Ausrichtung des Unternehmens. „So haben wir beispielsweise eine schmalbahnige Zentralzylinder-Digitaldruckmaschine mit Inkjet-Technologie konzipiert und realisiert, die es in dieser Form auf dem Markt bislang nicht gab.“

Seit 1995 baut WDB Systemtechnik am Produktionsstandort in Enger bei Herford Sondermaschinen für die Papier-, Kunststoff- und Druckindustrie
(Quelle: WDB Systemtechnik)
(Bild: bartling grafik)

Nachdem 2013 die Firma SMB Sondermaschinen, ehemals zur Fischer & Krecke gehöhrend, übernommen wurde, steht WDB Systemtechnik heute mit einer Vielzahl von Maschinen für die verschiedensten Anwendungen erfolgreich im Markt. Zum Programm gehören Flexodruckmaschinen, Flexolackieranlagen, aber auch Dekordruckmaschinen, Hohlkörperdruckmaschinen und Rotationsstanzen sowie entsprechende Serviceleistungen. Darüber hinaus baut WDB Systemtechnik Maschinen und Aggregate für andere Hersteller zur Integration in deren Anlagen.

Neue Maschinenkonzepte für Dekordruck und Lackierung
„Ein aktueller Bereich unserer intensiven Zusammenarbeit ist auch die Entwicklung und Konzeptionierung von Neumaschinen für die Dekorindustrie. Eigens zu diesem Zweck gründete Lebbing eine Business Unit in der Region Bielefeld/Herford (OWL)“, so Guido Lebbing. „Es besteht unter anderem eine große Nachfrage nach neuen, technisch modern ausgestatteten und auf die speziellen Anforderungen des Dekorbereichs zugeschnittenen Tiefdruckmaschinen. In ähnlicher Weise gilt das auch für Lackiermaschinen, die WDB Systemtechnik für unterschiedlichste kundenspezifische Anwendungen entwickelt“ ergänzt Kai Schmedding.

„Die aktuell sechs Mitarbeiter der Lebbing Business Unit sind in freistehenden  Räumlichkeiten von WDB Systemtechnik untergebracht, um dadurch unsere Stärken zu bündeln und die Synergien voll auszuschöpfen“, fährt Kai Schmedding fort. „Aufgrund der hohen Nachfrage und der damit verbundenen guten Auftragslage möchten wir die Anzahl der Mitarbeiter für diesen Geschäftsbereich auf 10 bis 12 aufstocken. Wir suchen insbesondere Ingenieure für Automatisierungstechnik, Konstrukteure sowie Maschinenmonteure“, sagt Guido Lebbing.

Potential für noch Mehr
Was den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit betrifft, stehen WDB Systemtechnik und Lebbing engineering & consulting erst am Anfang vielversprechender Möglichkeiten. „Wir haben eine Reihe von Ideen und Projekten in der Schublade. Wenn die Zeit dafür reif ist, werden wir den Markt entsprechend darüber informieren“, sagt Kai Schmedding. „Doch so viel sei jetzt schon gesagt: Je weiter wir die Nutzung der Synergien mit anderen Unternehmen der Jagenberg-Gruppe vorantreiben, je größer wird das Potential für noch Mehr“, so Guido Lebbing abschließend.

 

Der Artikel stammt aus der Flexo+Tief-Druck 2-2021 (April-Ausgabe)

 

Das könnte Sie auch interessieren