12 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle landen im Meer

Siegwerk tritt Project STOP zur Bekämpfung von Kunststoffabfällen in Indonesien bei

Aktuelle Situation am Strand von Muncar, Indonesien (Quelle: Siegwerk Druckfarben)

Siegwerk wird ein strategischer Partner von Project STOP, einer von Borealis und SYSTEMIQ gemeinsam gegründeten Frontline-Initiative, die in Gebieten mit hohem Kunststoffaustritt zirkuläre Abfallmanagementsysteme schafft, um die Verschmutzung der Ozeane durch Kunststoff zu reduzieren.

Seit seinem Start im Jahr 2017 hat das Projekt STOP verschiedene Industrie- und Regierungspartner willkommen geheißen, die zirkuläre Lösungen konzipieren, umsetzen und ausbauen, und damit die Verschmutzung durch Kunststoffabfälle eindämmen. Druckfarbenanbieter Siegwerk schließt sich nun diesem Netzwerk systemrelevanter Akteure an, die sich für die Einführung von Lösungen vor Ort in Indonesien einsetzen.

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Verursacher von Kunststoffabfällen

Jedes Jahr landen etwa 12 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle im Meer, beeinträchtigen die Gesundheit und den Wohlstand der Bevölkerung und verschmutzen die Umwelt. Schätzungsweise 50% der Abfälle stammen aus nur fünf asiatischen Ländern: China, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Thailand. Mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 6 Millionen Tonnen Plastik und einem geschätzten Austritt ins Meer von 1 Million Tonnen pro Jahr, ist Indonesien der zweitgrößte Verursacher von Kunststoffabfällen, die ins Meer gelangen. Als Reaktion darauf hat die indonesische Regierung 2017 den Aktionsplan „Marine Debris Action Plan“ erstellt, in dem sie sich verpflichtet, den Plastikmüll in den Meeren von Indonesien bis 2025 um 70% zu reduzieren.

Ziele von Project STOP

Project STOP hat vier Kernziele: die Ableitung von Müll in die Umwelt zu stoppen, die Schaffung von zunehmend zirkulären Systemen, die Erreichung von wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und Vorteile für die lokalen Gemeinden durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze erzielen sowie die Reduzierung der Auswirkungen von unsachgemäßer Müllentsorgung auf das allgemeine Wohlbefinden, den Tourismus und die Fischerei.

Die Initiative arbeitet Hand in Hand mit lokalen Gemeinden und Umweltbehörden zusammen, um durch Städtepartnerschaftsprojekte in ganz Indonesien zur Entwicklung einer kostengünstigen und zirkulären Abfallwirtschaftsinfrastruktur beizutragen. “Wir sind fest davon überzeugt, dass die Schaffung einer Circular Economy die Lösung für das heutige globale Abfallproblem ist, und als Global Player sehen wir es als unsere Verantwortung an, die Realisierung aktiv zu unterstützen”, erklärt Alina Marm, Leiterin des Circular Economy Hub bei Siegwerk. “Als strategischer Partner des Project STOP sind wir nun in der Lage, unsere Verpflichtung in einer Weise zu erfüllen, die die lokalen Gemeinden durch den Aufbau eines Kreislaufsystems in die Lage versetzt, die sehr realen und unmittelbaren Probleme der Verschmutzung durch Kunststoffabfälle erfolgreich anzugehen.“

Das übergeordnete Ziel der Initiative ist es, die Recyclingraten zu erhöhen, dafür zu sorgen, dass kein Kunststoff in die Ozeane gelangt und soziale Vorteile für lokale Gemeinden zu schaffen. Sie kombiniert eine rasche Beschleunigung der Abfallwirtschaftssysteme auf Stadtebene mit einer Politik auf Systemebene, Investitionen, Verhaltensänderungen und Innovationen bei Materialdesignansätzen.

Durch den Beitritt zum Project STOP haben wir die einmalige Gelegenheit, ein aktiver Teil einer systemverändernden “Impact”-Initiative zu sein, die Gebiete mit minimalen bis gar keinen Abfallmanagement und hohem Plastikaustritt konkret unterstützt, indem sie Infrastrukturen aufbaut, zirkuläre Prozesse fördert und Verhaltensänderungen anregt”, fügt Ralf Hildenbrand, President Americas und Mitglied des Siegwerk Vorstands, hinzu.

Indonesien spielt für Siegwerk eine wichtige Rolle, da das Land die Heimat zahlreicher Mitarbeiter und Kunden ist. Mit einem Standort in Tangerang und einem Blending Center in Surabaya ist Siegwerk mit den Herausforderungen im ganzen Land vertraut.

Heute unterstützt Project STOP drei Städte in Indonesien mit extrem hohen Plastikvorkommen im Ozean: Pasuruan, eine Küstenstadt auf Java, der viertgrößten Insel Indonesiens (und nur 70 km von unserem Blending Center in Surabaya entfernt), Jembrana an der Nordwestküste Balis und Muncar, eine Küstenfischergemeinde in Banyuwangi.

Erste Erfolge

Bis heute profitieren bereits mehr als 55.000 Menschen von der Abfallsammlung. Project STOP hat fast 5.000 Tonnen Abfall (650 Tonnen Plastik) gesammelt und mehr als 90 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen. Durch seine Arbeit in Muncar, Pasuruan und Jembrana wird das Projekt STOP bis zu 450.000 Menschen erreichen und verhindern, dass jährlich 40.000 Tonnen Abfall (4.700 Tonnen Plastikabfälle) in die Umwelt gelangen, die lokale Beschäftigung steigern und reproduzierbare Lösungen und Innovationen für andere Städte bieten.

„Wir sind überzeugt, dass ein komplexes Problem wie die Verschmutzung der Ozeane nur durch Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette gelöst werden kann“, erklärt Alfred Stern, Borealis CEO. „Mit Siegwerk als strategischem Partner von Project STOP können wir die erfolgreiche Umsetzung und Erweiterung unserer Städtepartnerschaften in Indonesien beschleunigen und eine Grundlage für weitere Aktionen in der Region schaffen.“

„Zusammen mit Borealis freuen wir uns sehr, Siegwerk in unserer engagierten Gruppe strategischer Partner willkommen zu heißen. Darunter befinden sich das norwegische Außenministerium, Nestlé, die Alliance to End Plastic Waste und Borouge“, so Joi Danielson, Asia Programme Director und Partner bei SYSTEMIQ. „Ihr Engagement zum Beenden der Plastikverschmutzung der Ozeane hat viele Vorteile für die Städte und Gemeinden, in denen Project STOP tätig ist.“

Darüber hinaus bündelt das Unternehmen aktiv seine Kräfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette und bringt sein Fachwissen über Druckfarben und Lacke in verschiedene Brancheninitiativen wie z.B. CEFLEX oder die Circular Economy Initiative Deutschland (CEID) ein, um einen Beitrag zur Realisierung einer nachhaltigen Zukunft zu leisten.

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