FlexoDay 2019

IIoT gewinnt im Verpackungsdruck immer mehr an Bedeutung

IIoT war auf dem FlexoDay-Event 2019, das Ende November in Bologna stattfand, ein zentrales Thema (Quelle: Uteco)

FlexoDay ist für Italiens Zulieferer und Verarbeiter aus der Flexoindustrie das wichtigste Event im Jahr. Die diesjährige Veranstaltung fand Ende November in Bologna statt und dauerte zum ersten Mal zwei Tage. Neben Recyclingfähigkeit und der nachhaltigen Fertigung von Kunststoffverpackungen stand ein weiteres, brandaktuelles Thema im Mittelpunkt der Vorträge: IIoT – das Industrielle Internet der Dinge (Industrial Internet of Things oder Industrie 4.0).

Davide Valbusa, Elektroingenieur und Industrie 4.0-Experte beim italienischen Flexo- und Tiefdruckmaschinenhersteller Uteco, erläuterte in seinem Vortrag „Die digitale Fabrik – IIot und dessen Bedeutung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen“, wie die vielfältigen Möglichkeiten des IIoT den Verpackungsdruck grundlegend verändern werden.

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Abgrenzung: Iot und IIoT

„Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) bezeichnet intelligente, smarte Gegenständen, Anlagen oder Maschinen (z. B. Autos, Druckmaschinen oder Haushaltsgeräte), die sich mit dem Internet verbinden können, Daten weiterleiten und erhalten und die physische Welt mit der digitalen Welt verbinden“, erläutert Davide Valbusa. Während das IoT die Welt als Ganzes durchdringt, gibt es eine Version dieser physisch-digitalen-Verbindung, die sich in der industriellen Fertigung – wie z. B. im Verpackungsdruck –  mehr und mehr verbreitet: das Industrielle Internet der Dinge (IIoT).

Warnen, Überwachen und Steuern

Das Internet der Dinge bezieht sich vor allem auf die menschliche Interaktion mit Objekten. Die Geräte können Benutzer warnen, wenn bestimmte Ereignisse oder Situationen auftreten, Menschen können Aktivitäten und Bedingungen von überall auf der Welt überwachen, und die Benutzer können Aktionen aus der Ferne steuern oder auslösen.

Das IIoT überwacht ebenfalls Aktivitäten und Bedingungen und ermöglicht die Steuerung von Funktionen aus der Ferne. Aber diese Fähigkeiten reichen teilweise weit über die Funktionen hinaus, die das IoT derzeit bietet. IIoT-Technologie wird zur Überwachung und Steuerung der Produktionsprozesse (wie z. B. die Verpackungsherstellung) eingesetzt und erfasst zudem detaillierte Daten für das Qualitätsmanagement sowie die Dokumentation. Industrielle Steuerungssysteme setzen IIoT-Technologie ein, um mehr Parameter genauer überwachen zu können (z. B. eine Kaschieranlage, Flexo- oder Tiefdruckmaschine) und dadurch auch Prozesse granularer und differenzierter zu steuern: Ergebnis ist eine höhere Qualität und mehr Effizienz des Fertigungsprozesses.

Industrie 4.0 bietet auch eine bisher unerreichte Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg. Gedruckte und konfektionierte Verpackungen lassen sich mit automatischen Identifikationsetiketten (z. B. RFID-Chips) ausstatten und mit GPS-fähigen Verbindungen verknüpfen, um ihre Position und ihre Wegstrecke kontinuierlich zu aktualisieren. Supply-Chain-Event-Management-Software und fortschrittliche Analysen sorgen dafür, dass all diese Daten wertschöpfend eingesetzt werden.

IIoT und IoT verschwimmen immer mehr

Die IIoT-Technologie wird oft zur Erweiterung des bestehenden Fertigungs- und Supply-Chain-Monitorings und der Management-Systeme verwendet, um höhere Transparenz zu schaffen, die Steuerung zu automatisieren und eine tiefergehende Analyse zu ermöglichen.

Industrie 4.0 verwendet empfindliche, präzise Sensoren in der Fabrik und Technologien auf der Supply-Chain-Seite, die den Standort der Dinge besser erkennen. Die Steuerung und Analysen sind komplex und funktionsreich.

Nichtsdestotrotz werden aber für den Consumer-Markt entwickelte Geräte mitunter auch als Teil des IIoT für den industriellen Einsatz genutzt. Und wenn IIoT-Technologien ihren Weg in die Produkte finden, während sie weiterhin Daten sammeln und miteinander kommunizieren, verschwimmen die Trennlinien zwischen IIoT und IoT.

„Die Datenanalyse durch ausgeklügelte Algorithmen im Rahmen von Industrie 4.0 ermöglicht unter anderem eine vorausschauende Wartung unserer Kaschieranlagen, Flexo- und Tiefdruckmaschinen und damit das Antizipieren möglicher Schäden“, betont Davide Valbusa. „Teure Produktionsunterbrechungen können dadurch vermieden werden.“

Weiter fährt Valbusa fort: “Auf der Drupa 2020 in Düsseldorf wird Uteco (Stand B20, Halle 10) seine Lösungen von ´zentralisiertem Dashboarding´ und ´Instant Intelligence´ präsentieren. Auf diese Weise können sich interessierte Besucher der Zukunft von Industry 4.0 im Verpackungsdruck annähern.“

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