Editorial - Flexo+Tief-Druck Ausgabe 3-2018

Von Industrie 3.0 und mehr

Es wäre gefährlich, sich mit Blick auf einen nachhaltigen Druckumsatz alleine auf die „Liebe zum Körperlichen“, also auf die ästhetischen und haptischen Vorzüge des Gedruckten zu verlassen und weiterzumachen wie zuvor“, so Dr. Eduard Neufeld, Geschäftsführer der Fogra, in einem hochspannenden Artikel, den Sie, liebe Leser, in dieser Ausgabe von Flexo+Tief- Druck auf Seite 16 lesen können.

Die neue Ausgabe ist nun erhältlich.

Weiter heißt es dort: „Zwar wird auch in Zukunft der nicht-individualisierte Druck den Löwenanteil ausmachen und somit für zahlreiche Verpackungsdruckereien weiterhin ein erfolgreiches Modell darstellen, sofern sie mit den kleinen Margen bzw. dem hohem Kostendruck klarkommen. Jedoch werden diese Druckereien mit einer Vielzahl anderer, bereits existierender oder vielleicht noch entstehender Medienformen konkurrieren müssen“.

Kundenindividuelle Massenfertigung
Ein solcher praktischer Ansatz bedarf jedoch der konsequenten Industrialisierung der gesamten Prozesskette. Deshalb sollte sich die Verpackungsdruckbranche auf ihrem Weg zu Industrie 4.0 die Automobilherstellung zum Vorbild nehmen. Denn dort ist mit der kundenspezifischen Massenfertigung im Rahmen eines Jahrzehnts andauernden Trends zur Individualisierung das Meisterstück gelungen, die auf den ersten Blick unvereinbaren Elemente Individualisierung und Massenproduktion in einem funktionsfähigen Organisationsprinzip zusammenzuführen.

Industrie 3.0
Doch viele der aktuellen Dienstleister im Bereich des Verpackungsdrucks lassen sich im Sinne der Stufen der industriellen Revolutionen höchstens der Kategorie Industrie 3.0 zuordnen. Deren konstituierendes Merkmal ist ein hoher Automatisierungsgrad. Aus den ursprünglich kleinen Handwerksbetrieben entwickelten sich nach industriellen Maßstäben arbeitende Unternehmen. Zwar werden zur Gewährleistung gleichbleibend hoher Qualität und Kosteneffizienz entsprechende Hausstandards angewendet, doch für Industrie 4.0 fehlt allerdings noch der hohe Grad an digitaler Vernetzung mit allen Beteiligten in der Wertschöpfungskette.

Drucken mit festem Farbsatz
In dieser Hinsicht kann das Drucken mit festem Farbsatz (Expanded Colour Gamut) die große Chance für das Flexoverfahren sein, hinsichtlich der Standardisierung und damit der Industrialisierung einen entscheidenden Schritt voranzukommen. Die Grundlagen hierfür sind durch die aktuellen technischen Fortschritte in den Bereichen Vorstufe, Druckformen und Druckmaschinen bereits gelegt. „Doch der Weg dorthin ist kein Spaziergang, denn es handelt sich hierbei um keine ‚Plug-and-Play‘-Technik‘, so Hermann Koch, Sales Director bei Bobst Bielefeld, in einem äußerst lesenswerten Interview auf Seite 38 dieser Ausgabe von Flexo+Tief- Druck. Dabei kommt er zu folgendem Schluss: „Ist aber die Arbeit getan, so macht das Drucken mit festem Farbsatz die Produktion im Flexodruck zu einem standardisierten, industriellen Prozess.“

Ihr Ansgar Wessendorf
Redakteur
wessendorf@gk-techmedia.com

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