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Flexo+Tief-Druck 5-2016

Kunststoffverpackungen sind viel besser als ihr Ruf.

Flexible Verpackungen sind multifunktionale „Wunderwerke“. Sie sind flexibel, leicht und dennoch robust. Sie sind Träger von Verbraucherinformationen und Marketingbotschaften – aber vor allem bieten sie den Produkten einen unverzichtbaren Schutz.

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Doch es scheint, je erfolgreicher die flexible Verpackung ist, desto lauter werden in der Öffentlickhkeit die Bedenken im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit und ökologischen Eigenschaften. Vor allem Verpackungen aus Glas und Metall werden zunehmend durch flexible Verpackungen ersetzt. Besonders erfolgreich ist hier der Standbeutel, der seit Jahren weltweit ein großes Wachstum aufweist.

Trotz dieser positiven Entwicklung am Markt haftet der flexiblen Verpackung immer noch ein umweltverschmutzendes Image an. Dabei fällt in Diskussionen und Gesprächen auf, dass viele nicht auf dem aktuellen Informationsstand sind. Oft wird beim Austausch von Argumenten die Faktenlage verfälscht oder verzerrt dargestellt. Den Kunststoffverpackungen sagt man einen weitaus schlechtere Ökobilanz nach, als sie in Wahrheit haben.

Dazu ein aktuelles Beispiel: Viele Verbraucher meinen, dass die Tragetaschen aus Papier per se ökologischer seien, als die aus Plastik. Die Politik und Interessenverbände üben Druck auf Handel und Industrie aus. Die Folge: Kunststoff-Tragetaschen sind in vielen Supermärkten nicht mehr erhältlich oder sie werden nur gegen eine Gebühr abgegeben.

Doch für die Herstellung einer Tragetasche aus Papier werden besonders lange Zellstoff-Fasern benötigt, die mit Chemikalien behandelt werden müssen. Außerdem sind Papier-Tragetaschen schwerer, weil sie für eine gute Reißfestigkeit eine höhere Dichte aufweisen müssen. Das wiederum erhöht den Materialeinsatz und damit die Kosten pro Tragetasche und die Emissionen beim Transport. Zudem kann eine Einkaufstragetasche aus Kunststoff mehrfach und andersweitig (z.B. Müllbeutel) genutzt werden, was ihre ökologische Bilanz weiter verbessert.

Laut der Eidgenössischen Forschungsanstalt Empa in St. Gallen, müsste eine Baumwolltasche 82 Mal eingesetzt werden, um eine vergleichbare ökologische Bilanz wie eine Kunststoff-Tragetasche aus 80% Recyclingmaterial zu erzielen.

Lediglich etwa 1,5% des gesamten Öl- und Gasverbrauchs in Europa wird für die Herstellung von Kunststoffverpackungen verwendet, rund 90% entfallen auf Heizung, Transport und Energieerzeugung.

In den vergangenen drei Jahrzehnten sind Kunststoffverpackungen durchschnittlich um 25% leichter geworden (Ressourceneffizienz 2014, GVM). In einer Pressemitteilung teilte der Verpackungshersteller Bischof + Klein mit, dass es ihm bei manchen Industriesäcken gelungen sei, die Wandstärke zu halbieren und den Materialeinsatz entsprechend zu senken.

Eine Sammelpackung für Windeln beispielsweise hatte früher eine Wandstärke von 90 μm, heute sind es 70 μm. Zur Verdeutlichug: Ein Mikrometer (μm) entspricht einem Tausendstel Millimeter – ein menschliches Kopfhaar hat eine Stärke von 40 bis 100 μm.

Herzliche Grüße

Ansgar Wessendorf
Redakteur
wessendorf@gk-techmedia.com

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