Editorial: Flexo+Tief-Druck 4-2018

Eine Lanze brechen für die Verpackung

Es ist unbestritten, dass gegen die Flut an Verpackungsmüll etwas getan werden muss. Dennoch sollte im Zusammenhang mit dieser gewiss dringenden Problematik nicht in Vergessenheit geraten, was die Verpackung für unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben leistet.

Sie ist ein noch immer unverzichtbares Element zum Produktschutz wie auch zur Garantie von Frische und gesundheitlicher Verträglichkeit von Lebensmitteln. Insbesondere im Bereich der Lebensmittel entfaltet die Verpackung ihr schützendes Potential. Dazu gehört beispielsweise der Schutz vor physischer Beschädigung und Krankheitserregern. Aber die Verpackung ist durchaus auch ein Kulturgut und hat eine ähnliche Funktion wie die Kleidung für den Menschen.

Im Alltag nicht mehr wegzudenken
Der weltweite Verlust bei Obst und Gemüse durch Verderb und Verschwendung liegt zwischen 40% und 50%. Bei Fleisch oder Fisch ist die Lage ähnlich prekär. Gegen den Verderb von Lebensmitteln ist insbesondere die maßgeschneiderte flexible Folienverpackung ein probates Mittel. Fett- und proteinhaltige Lebensmittel wie beispielsweise Wurst oder Käse reagieren empfindlich auf Licht und Sauerstoff. Zusammen mit einer geschlossenen Kühlkette schützt die flexible Verpackung vor diesen produktschädigendenden Einflüssen. Im medizinischen Bereich ermöglichen Verbundfolien das sterile Verpacken von Spritzen oder Mullbinden. Zudem lassen sich mit einem Kilogramm flexibler Folienmaterialien bis zu 56 Kilogramm Lebensmittel
verpacken – diesen Vorteil bietet keine andere Verpackungsform.

Vermüllung der Meere
Es lässt niemanden kalt, wenn durch Plastikmüll im Meer Tiere qualvoll sterben. Über 80% der weltweiten Kunststoffabfälle gelangen über die fünf größten asiatischen Länder in die Meere. Der Kern des Problems besteht darin, dass diese Länder über keine funktionierenden Abfallentsorgungssysteme verfügen. Im Gegensatz dazu liegt der Anteil der USA und Europas an der Vermüllung der Meere im niedrigen einstelligen Bereich. Doch jede Kunststoffverpackung, die in die Meere gelangt oder illegal entsorgt wird, ist eine zu viel. Deshalb müssen diese wertvollen Rohstoffe zur Wiederverwertung einem effektiven Recycling-Kreislauf zugeführt werden.

Gut fürs Klima
Nur etwa 1% des weltweit ausgestossenen CO2 wird durch Kunststoffverpackungen verursacht und lediglich 0,4% des Erdölverbrauchs entfällt auf die Herstellung flexibler Verpackungen. Dagegen ist der Verderb und Verlust von Lebensmitteln der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Folienverpackungen schützen die Lebensmittel und damit auch das Klima. Es gibt also genug gute Gründe, für die Verpackung eine Lanze zu brechen und deren Nutzen wieder mehr zu schätzen.

Ihr
Ansgar Wessendorf
Redakteur
wessendorf@gk-techmedia.com

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