Interview mit Stefan Harder, Geschäftsführer Labelprint24

Labelprint24 baut den Verpackungsdruck weiter aus

Die neue HP 20000 erweitert die Möglichkeiten von Labelprint24 und unterstützt die Produktvielfalt. Von links: Thorsten Glaab, HP Indigo Key Account Manager und Stefan Harder, Geschäftsführer Labelprint24 (Quelle: HP)

Mit der Investition in eine HP Indigo 20000 baut Labelprint24.com den digitalen Verpackungsdruck sukzessive aus. Das sächsische Unternehmen, dessen Produktion ursprünglich auf den Etikettendruck ausgerichtet war, hat in den vergangenen Jahren sein Angebot konsequent ausgeweitet und zählt mittlerweile zu den führenden deutschen Systemanbietern von Verpackungsmitteln.

Die Verpackungserzeugnisse werden in 12 europäische Länder geliefert, wobei das erweiterte Angebot jetzt auch flexible Verpackungen und Laminattuben umfasst. Neben einem umfangreichen Angebot an Etiketten für unterschiedlichste Anwendungen, zählen auch Versandverpackungen und Faltschachteln zum Portfolio des Unternehmens. Alle Produkte können zeitsparend in individuellen Formaten kalkuliert und direkt im neuen Online-Shop bestellt werden.

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Seit Beginn des Jahres wurde das Produktangebot um digital gedruckte flexible Verpackungen erweitert. Ebenfalls neu im Angebot sind Laminattuben. Zum Einsatz kommt dabei die HP Indigo 20000, die speziell für den flexiblen Etiketten- und Verpackungsdruck entwickelt wurde. Kunden können im Online-Shop zwischen fertigen Beuteln in unterschiedlichen Formaten oder Rollenware zur anschließenden individuellen Weiterverarbeitung wählen.

Zu den Spezialitäten bei Labelprint gehören nun auch individuell bedruckte flexible Verpackungen (Quelle: HP)

Wachstumspotential für digital gedruckte flexible Verpackungen
70 Prozent der flexiblen Verpackungen werden für die Lebensmittelindustrie produziert. Das vorherrschende Druckverfahren für mittlere bis hohe Auflagen ist der Flexodruck. Auch wenn der Anteil digital gedruckter flexibler Verpackungen aktuell noch weniger als 1% des Volumens ausmachen, so sind die Chancen auf Wachstum doch beträchtlich. Laut einer Prognose von Keypoint Intelligence (Flexo+Tief-Druck berichtete) wird erwartet, dass digital gedruckte flexible Verpackungen zwischen 2018 und 2023 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 20% aufweisen.

Die Fertigungszeit für herkömmlich produzierte flexible Verpackungsfolien liegt im Schnitt bei vier Wochen. In den letzten Jahren hat sich das Konsumentenverhalten jedoch grundlegend geändert. Konsumenten erwarten heute eine höhere Produktvielfalt, saisonale und anlassbezogene Produkte – gerne auch mit individueller Verpackung und kurzen Lieferzeiten. Mit der Einführung des Digitaldrucks können individuelle Anforderungen bedient, die Lieferkette rationalisiert, Lagerhaltungsaufwände minimiert und die Produkte landen schneller im Regal. Besonders Jobs mit geringen Lauflängen, deren Produktion sich auf Flexo- oder Tiefdruckmaschinen mitunter schwierig gestaltet, können mit einer Digitaldruckmaschine wirtschaftlich effizient abgearbeitet werden – bei gleichzeitiger Entlastung der analogen Maschinenkapazitäten. So sorgen Digitaldruckmaschinen dafür, dass die analogen Maschinen für hohe Auflagen verfügbar sind, wodurch die Produktivität des gesamten Betriebs erheblich gesteigert werden kann.

Bedruckte Tuben in verschiedenen Größen und Ausführungen stellen eine neue Spezialität von Labelprint24 dar (Quelle: HP)

Flexibilität mit Digitaldruck
Dank der großen Substratvielfalt und einer Bahnbreite von bis zu 760 mm bietet die HP Indigo 20000 maximale Flexibilität bei den Druckaufträgen. Ein Vorteil, der auch Labelprint24.com überzeugt: „Wir haben die HP Indigo 20000 extra für das Bedrucken der Verpackungsfolien und Laminattuben installiert. Ein großer Pluspunkt war dabei die in unseren Augen beste Qualität im Digitaldruck, insbesondere im Hinblick auf das Deckweiß HP Indigo Electro Ink Premium White. Neben dem Verpackungsdruck ist nach wie vor der Etikettendruck unser wichtigstes Standbein. Obwohl der Schwerpunkt der HP Indigo 20000 auf der Produktion von flexiblen Verpackungen und Laminattuben liegt, haben wir mit dieser Neuinstallation einen zusätzlichen Puffer und maximale Flexibilität in der Produktion“, erklärt Stefan Harder, Geschäftsführer von Labelprint24.

Labelprint24.com setzt schon seit vielen Jahren im Etiketten- und Faltschachtelbereich auf die HP-Indigo-Technologie. Die Mitarbeiter kennen sich mit der Technologie bestens aus und ihr Einsatz hat sich bewährt.

 

Interview: Labelprint24 im Gespräch

Labelprint24-Geschäftsführer Stefan Harder erläuterte im Gespräch mit den Redaktionen von Flexo+Tief-Druck die Hintergründe für die Investition und den Ausbau des digitalin Dienstleistungsspektrums.

Bitte beschreiben Sie das Unternehmen und die Entwicklung vom Etikettendrucker zum Etiketten-/Verpackungsdienstleister.
Stefan Harder: Wir vollzogen den Wandel vom Akzidenzdrucker zum Etikettendrucker erst in 2009/2010. Im Zuge dieses Transformationsprozesses bauten wir eine neue Onlineplattform für schnelles, einfaches Kalkulieren und kurze Lieferzeiten auf. Nach einigen Jahren Aufbauarbeit in Technik und IT stand für mich als ehemaliger Akzidenzdrucker fest, dass wir wieder in den Bogendruck zurückkehren, indem wir uns auf die Herstellung von Faltschachteln und Beipackzetteln konzentrieren. Der Erfolg motivierte uns, das Angebot um zusätzliche Verpackungsprodukte, wie z.B. Laminattuben, zu erweitern. Das war der Startschuss für unser Engagement im Bereich der Kunststoff-Verpackungen und damit auch in die Produktion flexibler Verpackung einzusteigen.

In welchen Hauptbereichen sind Ihre Kunden zu finden und wo liegen die Herausforderungen?
Stefan Harder: Wir drucken für alle Kunden, die etwas zu verpacken haben. Egal ob Etiketten, Faltschachteln, Folien oder Tuben. Die Druckvorgaben sind dabei sehr unterschiedlich und es gilt, eine konsistente Farbqualität zu erzielen, egal auf welcher Maschine produziert wurde. Die Farbe eines Logos muss exakt reproduzierbar sein, egal, ob es auf einer Faltschachtel, einem Etikett, einer Tube oder einer flexiblen Verpackung gedruckt wird. Die Technologie von HP Indigo vereint all dies und ermöglicht uns eine qualitativ hochwertige und flexible Produktion bei gleichzeitig maximaler Wirtschaftlichkeit.

Bitte geben Sie eine kurze Beschreibung zur technischen Ausstattung.
Stefan Harder: Wir drucken ausschließlich mit digitalen Drucksystemen von unterschiedlichen Herstellern. Konventionelle und digitale Weiterverarbeitungsanlagen sind für alle Produktbereiche vorhanden.

Wann und wie kam es zur Entscheidung vom Etikettendruck auf den Verpackungsdruck auszuweiten?
Stefan Harder: Wir sind eine Onlinedruckerei. Da war es klar, dass wir eine breite Palette an Verpackungsprodukten anbieten wollen. Die meisten unserer Kunden setzen für ihre Verpackung nicht nur ein Etikett ein.

Welche Bereiche des Verpackungsdruck decken Sie ab bzw. wollen Sie abdecken?
Stefan Harder: Wir produzieren Rollen-, Sandwich- und Bookletetiketten sowie Faltschachteln aus Vollpappe, mit kaschierter und direkt bedruckter Welle. Außerdem fertigen wir Beipackzettel für die Kosmetik- und Pharmaindustrie, Laminattuben und flexible Verpackungen, wie z.B. Doypack und Rollenware.

Sehen Sie die Produktion von flexiblen Verpackungen als gute Ergänzung zum Etikettendruck?
Stefan Harder: Im Prinzip ja. Es ist aber doch ein komplett anderes Produkt mit ganz anderen Herausforderungen an Mitarbeiter, Material und Technik.

Welche Maschinen nutzen Sie für die Produktion von flexiblen Verpackungen – analog, digital und/oder in Kombination?
Stefan Harder: Wir drucken ausschließlich im Digitaldruck und setzen für die Weiterverarbeitung die klassischen analogen Verfahren ein.

Arbeiten Sie in der Branche mit Partnern zusammen bzw. liefern Sie Verpackungen bzw. flexible Verpackungen auch an andere Druckunternehmen?
Stefan Harder: Wir kooperieren in allen Produktbereichen mit Kollegen im In- und Ausland. Nicht jeder investiert sofort in neue Fertigungstechnik, sondern kauft die Druckprodukte einfach zu. Teilweise sind wir mit den Systemen sogar über API verbunden, um die kaufmännischen Prozesse vollautomatisch abzuwickeln.

Ist die Ausweitung des Produktportfolios um den Bereich der Verpackung/flexiblen Verpackung ein genereller Trend in der Etikettenindustrie?
Stefan Harder: Dazu kann ich nichts sagen, da jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden muss, wie es sich strategisch ausrichten möchte.

Was können wir von Labelprint24 in den nächsten Jahren zu erwarten?
Stefan Harder: Wir werden weiterhin intensiv an unseren Prozessen arbeiten, um die Durchlaufzeiten zu verkürzen. Zudem werden wir unseren internationalen Auftritt weiter ausbauen. Wir beobachten genau die Marktentwicklung, evaluieren die sich daraus ergebenden Möglichkeiten und werden dann die entsprechenden Entscheidungen treffen.

 

Über Labelprint24
Die Onlinedruckerei Labelprint24 ist ein Systemanbieter von Verpackungsmitteln. Seit 2018 beschäftigt das Unternehmen an seinen Standorten in Deutschland, Tschechien und Polen insgesamt mehr als 90 Mitarbeiter. Inzwischen fertigt Labelprint24 nicht nur Etiketten, sondern auch Faltschachteln, Beipackzettel, Laminattuben und flexible Verpackungen.

Einen wichtigen Platz im Geschäftsmodell nimmt die hauseigene IT ein. Durch hohe IT-Kompetenz mit eigens für den Digitaldruck entwickelte Workflows ist das Unternehmen in der Lage, kundenspezifische Schnittstellen an bestehenden ERP-Systemen zu realisieren. Ein automatisiertes und hocheffizientes Bestellwesen ermöglicht die unmittelbaren Druckproduktion des eingegangenen Kundenauftrags sowie eine Just-in-time-Lieferung. Diese kundenseitig angebundenen ERP-Systeme ersetzen den aufwendigen, manuellen Bestellprozess.

Unter dem Motto “Alles au seiner Hand” entwickelt und fertigt Labelprint24 Verpackungslösungen aus Karton, Folie und Papier für Produkthersteller, den Handel und Unternehmen in jeder Größe. Hinzu kommen Wiederverkäufer.

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