Ein Kommentar von Will Mansfield, Kodak

Hybrider Druck mit Digitaldruck-Integration

Eindrucklösung der Kodak Prosper S-Serie (Quelle: Kodak)

Der hybride Druck ist in der allgemeinen grafischen Industrie und der Verpackungsdruckbranche ein hochaktuelles Thema. Es zeigt sich aber, dass die Definition des Begriffs je nachdem, mit wem man spricht, leicht unterschiedlich ausfällt.

Will Mansfield (Quelle: Kodak)

Manche Druckbetriebe erklären zwar, den hybriden Druck anzubieten, da sie sowohl digitale und analoge Technologien im eigenen Haus haben. Allerdings sind die Technologien nicht integriert, sondern sie werden unabhängig voneinander oder sequenziell nacheinander angewendet. Andere Druckereien arbeiten mit hybriden Druckmaschinen, die als eigenständige Lösungen ohne Integration von vorhandener analoger Produktionstechnik konzipiert und gebaut wurden.

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Es gibt jedoch eine dritte Option, die bei Druckereien und Verpackungsproduzenten, die in den hybriden Druck einsteigen wollen, immer beliebter wird: Die Integration einer digitalen Lösung in bestehende konventionelle Maschinen, wobei die digitale Komponente dieselbe Qualität und Druckgeschwindigkeit bieten kann wie die vorhandene konventionelle Technik. Dies ermöglicht eine kundenspezifisch angepasste Hybridlösung, die zu 100 % auf die Anforderungen des Druckbetriebes zugeschnitten ist und mit ihren Möglichkeiten der bestehenden Produktionstechnik frischen Schwung verleiht – und das ohne eine erhebliche Investition.

Die Integration einer hybriden Digitaldrucklösung in herkömmliche Druckmaschinen ist vor allem für Betriebe, die Direktmailings, Sicherheitsdokumente, Gewinnspiele und Lotterielose, Zeitungen, Etiketten, Verpackungen aus Wellpappe produzieren sowie Hersteller von Faltschachteln und flexiblen Verpackungen von Vorteil. Während diese integrale Digitaldrucktechnologie in den zuvor erwähnten Akzidenzdruckmärkten bereits eine größere Verbreitung gefunden haben, erkennen auch Verpackungsproduzenten und Markenunternehmen den Nutzen der Integration einer digitalen Lösung in ihre Tief-, Flexo- und Offsetdruckmaschinen.

Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung liegt in der Einführung von Tinten und Inkjet-Flüssigkeiten, die für indirekten Lebensmittelkontakt geeignet sind und bei der Herstellung von Faltschachteln, Verpackungen aus Wellpappe und flexiblen Verpackungen eingesetzt werden können. Einerseits nimmt das Volumen gedruckter Verpackungen insgesamt zu, andererseits gibt es drastische Veränderungen hin zu kleineren produzierten Losgrößen und immer mehr verschiedenen Artikeln.

Daher kann es sich bei einer Auflage von 100.000 in Wirklichkeit um zehn Auflagen à 10.000 handeln. Markenartikler bauen auch ihre Werbeprogramme und E-Commerce-Initiativen deutlich aus, um mit Verbrauchern besser in eine direkte Interaktion treten zu können. Diese kleineren Auflagen und die Notwendigkeit, variable Inhalte zu integrieren, lassen sich nicht wirtschaftlich mit konventioneller Technik herstellen und in manchen Fällen ist die Produktion mit einer reinen Digitaldruckmaschine schwierig. Deshalb bietet der hybride Druck das Beste aus beiden Welten: er ermöglicht Markenunternehmen Design-Freiheit sowie die Integration variabler Inhalte und erlaubt Verpackungsproduzenten eine kostengünstige Produktion.

Die Möglichkeiten, welche die Integration eines digitalen Systems in konventionelle Druckmaschinen eröffnet, sind grenzenlos. Ein gutes Beispiel aus dem Verpackungsbereich ist in Korea und China zu finden, wo Emojis die wichtigsten Bildelemente bei Werbeaktionen auf Verpackungen sind. Man muss sich nur die Flexibilität und Gestaltungsfreiheit vorstellen, die ein digitales Eindrucksystem mit sich bringen kann.

Verpackungsdruckereien und Packmittelhersteller können heute in ein digitales Eindrucksystem investieren, das mit ihrer konventionellen Produktionstechnik mithalten kann und bei Geschwindigkeiten bis 300 Meter pro Minute eine außergewöhnliche Qualität liefert. [6953]

 

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