Über die Herstellung flexibler Verpackungen mit dem nanografischen Digitaldrucksystem Landa W10

Digitaldruck für flexible Verpackungen

Die nanografische Druckmaschine Landa W10 zur digitalen Herstellung flexibler Verpackungen (Quelle: Landa)(Bild: Ray Schram-Photo +44(0)7702224039)

Für flexible Verpackungen herstellende Druckereibetriebe soll die nanografische Digitalmaschine Landa W10 eine zeitsparende und effiziente Möglichkeit zur Umsetzung von Aufträgen in Kleinauflagen bieten. Die Digitaldruckmaschine ist nach Angaben der Firma Landa ausgelegt auf die Verarbeitung von Substraten wie Verpackungsfolien (BOPP, PET, BOPA, PE, CPP, metallisiertes PET), Papier, Karton und Aluminiumfolie in einem Stärkenbereich von 10–350 Mikron und ist ausgestattet mit einer Ab- und Aufwickelstation.  

Erstmals vorgestellt auf der drupa 2016 verarbeitet die Landa W10 marktübliche Substrate auf einer Arbeitsbreite von 1000 mm mit bis zu acht Farben (CMYK + Orange/Blau/Grün (OBG) + Weiß) und einer maximalen Laufleistung von 200 m/min. Die Opazität von Weiß soll bei 60 % liegen.

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Benny Landa kommentiert dies folgendermaßen: „Endlich haben wir eine Lösung, die den Anforderungen der Industrie der flexiblen Verpackung nach wirtschaftlich vertretbarer Herstellung kleiner bis mittlerer Auflagen von Verpackungsmaterialien in Tiefdruckqualität entspricht. Dabei haben wir durchaus im Auge, hinsichtlich Kosten und Produktivität dem Flexodruck Konkurrenz machen.” Nach Einschätzung von Landa liegt der Breakeven-Punkt, bis zu dem sich eine digitale Produktion wirtschaftlich lohnt, bei einer maximalen Auflagenhöhe von 7000 Metern.

Die nanografische Druckmaschine Landa W10 zur digitalen Herstellung flexibler Verpackungen (Quelle: Landa) (Bild: Ray Schram-Photo +44(0)7702224039)

Plattenfreier Qualitätsdruck

Die W10 ist für bahnförmige Substrate ausgelegt und soll eine dem Tiefdruck vergleichbare Produktqualität auf einer breiten Vielfalt von Substraten bieten. Dies reicht von Kunststoff-Folien über Aluminiumfolien bis zu Papier und Karton. Das Farbübertragungssystem der Maschine arbeitet mit eine Auflösung von 1200 dpi bei hohem Farbkontrast und verschiedenen Graustufen. Das von Landa entwickelte Nanografie-Verfahren bietet eine hohe Punktschärfe und eine einheitliche Farbanmutung.

Für das Qualitätsmanagement ist die W10 ausgestattet mit dem Active-Quality-Management-System (AQM) zur 100 %-Inspektion. Diese in Zusammenarbeit mit AVT, Techkon und EFI entwickelte Lösung scannt automatisch jeden einzelnen Druck, identifiziert Fehler im Bereich der konstanten Farbwiedergabe und des einheitlichen Druckbilds sowie hinsichtlich korrekter Farbdüsenfunktion und Registergenauigkeit. Derart ermittelte Fehler werden automatisch korrigiert.

Digitale Verpackungsproduktion

Laut Landa lässt sich mit der nanografischen Druckmaschine vom Typ W10 eine digitale Produktion von flexiblen Verpackungen mit marktüblichen Substraten ohne jegliche Vorbehandlung oder Vorlackierung (Primer) ausführen. Hierfür werden keine Reinraum-Verhältnisse benötigt. Angesichts der hohen Laufgeschwindigkeit von bis zu 200 m/min können mit der Maschine Aufträge gefahren werden, die bislang dem Flexo- oder Tiefdruck vorbehalten waren.

Die in der W10 eingesetzten Farben entsprechen den einschlägigen Vorschriften und Verordnungen wie:

  • Europäische Rahmenverordnung  (EG) Nr. 1935/2004
  • Europäische GMP-Vorschrift (Good Manufacturing Practice) (2023/2006)
  • Europäische PIM-Regelung (ProductInformation Management) (10/2011)
  • FDA Packaging & Food Contact Substances (FCS) / FDA CFR 21
  • Swiss Ordinance 817.023.21 (Annex 6)
  • BfR (Bundesministerium für Risikobewertung) Empfehlungen für Materialien mit Lebensmittelkontakt
  • Nestlé Guidance Note on Packaging Inks
  • Übereinstimmung mit REACH

DFE für jedwede Umgebungsbedingung

Das Landa DFE (Digital Front-End) lässt sich in jede Produktionsumgebung integrieren, sei diese nun konventionell, digital oder hybrid. Aufgebaut auf Fiery, dem digitalen Front-End-System von EFI Fiery für die Druckproduktion im Groß- und Supergroßformat ist DFE in die Steuerungssoftware der W10 fest integriert und ermöglicht damit eine reibungslose Kommunikation zwischen Vorstufe, Druck und Converting sowie zu den im Zuge von Industrie 4.0 verstärkt eingesetzten ERP/MIS-Steuerungssystemen.

Das Konzept der Nanografie

Die Nanografie-Drucksysteme von Landa arbeiten mit Inkjet-Druckköpfen. Die damit oft verbundene Problematik verlaufender Druckpunkte und unscharfer Ränder bei saugenden Bedruckstoffen wird dadurch umgangen, dass zunächst auf ein Transportband (Gummituch) gedruckt wird, wo der Farbfilm zu einem dünnen polymeren Oberflächenfilm antrocknet. Beim Transport wird diese dünne Farbschicht (500 nm stark) auf das Substrat gedrückt und haftet daran fest, ohne darin einzudringen. Nach Angaben von Landa bieten derart erzeugte Bilder eine hohe Beständigkeit und Abriebfestigkeit, müssen nicht nachgetrocknet werden und hinterlassen keine Farbrückstände auf dem Gummituch. Das bedeutet eine theoretisch gleichbleibende Druckqualität für viele Bedruckstoffe. Im Grunde könnte daher die Nanografie als inkjet-basierter Offsetdruck bezeichnet werden.

Über die Landa Corporation

Die von Indigo-Gründer Benny Landa geleitete Landa Corporation besteht aus vier Geschäftsbereichen: Landa Digital Printing, dessen nanografische Drucksysteme die Wirtschaftlichkeitslücke der Branche schließen sollen, indem sie die Vielseitigkeit des Digitaldrucks mit der Qualität und Geschwindigkeit des Offset-Drucks kombinieren und kleine bis mittlere Auflagen mit entsprechend niedrigen Kosten produzieren; Landa Labs, die Innovationsgesellschaft der Gruppe, in der die Anwendung von Nanotechnologie unter anderem in den Bereichen alternative Energie, Beschichtungen, Kosmetik, Verpackungen und pharmazeutische Dosierungstechnologien untersucht wird; Landa Ventures, in der in vielversprechende komplementäre Technologien investiert wird; und Landa Fund, eine Organisation, die Jugendlichen aus unterprivilegierten Verhältnissen Zugang zu höherer Bildung ermöglicht. Benny Landa ist Inhaber von weltweit über 800 Patenten, die den von ihm gegründeten Unternehmen eine solide Basis an geistigem Eigentum geben. [6299]

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