Dienstleister für Flexodruck, Spann- und Auswuchttechnologie

SWT Services: Seit 10 Jahren weltweit aktiv

Jörg Ehrenfeld, Geschäftsführer SWT Services

Im beschaulichen Ilsfeld sitzt eine stetig wachsende Firma, die immer stärker auch international in Erscheinung tritt: die SWT Services GmbH & Co. KG feierte im Mai 2020 ihr 10-jähriges Bestehen. Als Servicedienstleister weltweit für Flexodruck, Spann- und Auswuchttechnologie bedient sie eine hochdifferenzierte Nische und kann bereits auf Auslandseinsätze in über 30 Ländern zurückblicken. Wir sprachen mit einem der drei Geschäftsführer, Herrn Jörg Ehrenfeld.

Herr Ehrenfeld, der Schritt in die Selbstständigkeit ist oft nicht leicht und mit vielen Risiken verbunden. Was hat Sie vor 10 Jahren dazu bewogen, zusammen mit ihren beiden Geschäftspartnern diese Herausforderung zu wagen?
Aufgrund unserer langjährigen Tätigkeit in diesen Bereichen erkannten wir relativ schnell eine große Marktlücke. Konzepte und Ideen, die wir unserem damaligen Arbeitgeber vorgestellt hatten, um das Servicegeschäft schneller und erfolgreicher zu etablieren, wurden leider nicht ernst genommen. Daraufhin mussten wir eine Entscheidung treffen, welche letztendlich zur Firmengründung geführt hat. Trotz der damaligen Weltwirtschaftskrise 2008/09 traten wir die Herausforderung an. Bis heute gibt es kein Unternehmen weltweit, das solch ein Fachwissen in diesen drei Geschäftsbereichen bündelt. Das macht SWT Services so einzigartig.

Anzeige

Warum ist es so vorteilhaft, die drei Geschäftsbereiche Flexodruck, Spann- und Auswuchttechnologie zu kombinieren?
Die Kombination der drei Geschäftsbereiche bietet aufgrund einiger Überschneidungen zahlreiche Synergieeffekte. Es ist für Kunden ein enormer Vorteil, dass wir ihr System ganzheitlich aus mehreren Perspektiven gleichzeitig betrachten und analysieren können. Das umfangreiche Fachwissen ermöglicht uns ein umfassendes Verständnis für die Zusammenhänge und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Und der Kunde erhält von einem einzigen Ansprechpartner herstellerübergreifende Lösungen für unterschiedliche Anforderungen.

Was war für Sie die größte Hürde?
Die größte Hürde war der Start 2010. Es hat sich gezeigt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Als damaliges Start-up Unternehmen, das bei null anfing, brauchten wir Unterstützung von Finanzdienstleistern. Hier zeigte sich, dass es ein Unternehmen trotz eines ausgereiften Businessplans direkt nach der Weltwirtschaftskrise Ende 2008/09 in der Praxis nicht einfach hat. Bunte Broschüren seitens der Finanzdienstleister hören sich in der Theorie gut an, in der Praxis sieht es dann jedoch anders aus. Wir gingen ein hohes Risiko ein, auch bezüglich Privathaftung, was sich letztendlich aber mehr als ausgezahlt hat. Die damals aufgenommenen Kredite konnten schnell zurückgezahlt werden.

Seit der Gründung hat sich die Mitarbeiterzahl mehr als verdoppelt, der jährliche Umsatz liegt im siebenstelligen Bereich und Ihre Techniker bereisen nahezu die ganze Welt. Hätten Sie damals mit ihrem jetzigen Erfolg gerechnet?
Um ehrlich zu sein, hatten wir gehofft, dass es in diese Richtung geht. Dass der Umsatz dann von Jahr zu Jahr kontinuierlich gesteigert werden konnte, ist natürlich mehr als erfreulich. Selbstverständlich können solche Erfolge nur mit einem starken Team erreicht werden. Wir sind sehr froh, dass wir tolle Mitarbeiter haben, die sich zu 100% mit SWT identifizieren. Das macht den eigentlichen Erfolg eines jeden Unternehmens aus.

Gute Mitarbeiter sind das eine – die richtige Motivation und Führung das andere. Wie sind Sie in die Rolle des Geschäftsführers hineingewachsen?
Wir – damit meine ich auch meine beiden Mitgesellschafter – hatten eine hervorragende Ausbildung bei unserem früheren Arbeitgeber mit damals 1200 und heute über 3000 Mitarbeitern weltweit. Über viele Jahre hinweg – bei mir waren es fast 20 Jahre Betriebszugehörigkeit bis zu unserem Ausscheiden – konnte ich dort in verschiedenen Bereichen viel Erfahrung sammeln und dazulernen. Ohne dieses Wissen von damals wäre es mit Sicherheit nicht so einfach gewesen. Was dann noch fehlt, lernt man von Tag zu Tag dazu. Auch gute Berater, wie z.B. Steuerberater, Rechtsanwalt, usw. sind äußerst wichtig, um dieser Rolle gerecht zu werden. Schließlich trägt man die Verantwortung für das ganze Unternehmen. In unserem Fall können wir das Ganze auf drei Schultern verteilen.

Was hatten Sie sich vor der Gründung anders vorgestellt?
Dass die Gründung leichter, einfacher und unbürokratischer verläuft. Letztendlich hat dann alles geklappt, aber dass es teilweise so schwierig und enorm bürokratisch wird, das hatte ich nicht erwartet. Da wurde schon mancher Arbeitstag sehr lang.

Was war eine ganz besondere Erfahrung aus den letzten 10 Jahren, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Eine ganz besondere Erfahrung war, jeden Tag sein eigener Herr zu sein, schnell Entscheidungen treffen und diese innerhalb kürzester Zeit umsetzen zu können. Aus dem daraus resultierenden Erfolg oder auch mal Misserfolg zu lernen. Selbst gestalten zu können. Allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz, gibt es die Firma SWT auch noch im 10. Jahr und es wird sie voraussichtlich auch weit darüber hinaus noch geben. Das hatten uns Viele nicht zugetraut. Umso mehr sind wir stolz auf das bis heute Erreichte.

In den letzten 10 Jahren hat sich Ihr Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Wie behält man da den Überblick?
Um alle unsere Serviceleistungen strukturiert und vor allem organisiert auf einem hohen Qualitätslevel unseren langjährigen Kunden und Partnern anbieten zu können, haben wir Ende 2017 in Richtung Digitalisierung umgeschwenkt und kräftig in ein neues SAP IT-System investiert. Das zahlt sich nun immer mehr aus. Wie wichtig es ist, bei den heutigen Datenmengen ein top IT-System zu haben, zeigt sich bei uns jeden Tag.

Soweit ich gehört habe, ist für die Zukunft noch Einiges in Planung. Können Sie uns dazu mehr verraten?
Ende 2013 konnten wir ein Grundstück nicht weit von unserem jetzigen Gebäude erwerben und haben somit 2110 qm zur Verfügung, um Büro- und Produktionsflächen zu errichten. Wann wir starten werden, hängt von den weiteren wirtschaftlichen Entwicklungen ab.

Des Weiteren haben wir ein Entwicklungsprojekt in Zusammenarbeit mit einer Dualen Hochschule am Laufen, welches vom Bund gefördert wird. Wir hoffen, dass sich bis Mitte 2021 eine wegweisende Neuentwicklung daraus ergeben wird. Zudem planen wir zu unseren bereits bestehenden Kooperationen noch weitere langfristige Kooperationen mit namhaften Maschinen- und Komponentenherstellern.

Was können Sie aus heutiger Sicht potenziellen Neugründern als Ratschlag mit auf den Weg geben?
Wichtig sind ein durchdachter und ausgereifter Business Plan, ein sehr guter Steuerberater, ein lokaler Finanzdienstleister, der Wille, nicht gleich aufzugeben, wenn es nicht so läuft, wie man denkt, aber vor allem eine Mannschaft, die sich mit der Firma identifiziert und für die Firma brennt sowie Durchhaltevermögen. Der Rest kommt dann von allein. [13212]

 Vielen Dank für das Gespräch!

Das könnte Sie auch interessieren