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Flexo+Tief-Druck 1-2017

Die Inhalte der Flexo+Tief-Druck 1-2017

 

Industrie 4.0 – Revolution in der Verpackungsbranche?

Im Bereich der Digitalisierung liegt die Verpackungsbranche gefährlich weit zurück. Zu diesem Fazit kommt sinngemäß eine aktuelle Befragung der Managementberatung Porsche Consulting, durchgeführt in Deutschland, Östereich und der Schweiz. Danach fehlen in 70% der Unternehmen aktuell noch die notwendigen Kompetenzen, um den digitalen Wandel zu meistern. Doch nicht nur die Verpackungen („Smart Packaging“) selbst werden digitaler. Laut Porsche-Befragung spielt die Digitalisierung in Verpackungsunternehmen, besonders an der Schnittstelle zu den Kunden, also beispielsweise den Lebensmittelproduzenten, eine wichtige Rolle (85%). 70% der befragten Manager sind überzeugt, dass Aufträge in zwei Jahren in einem digitalen System von den Kunden entgegengenommen werden. Zudem ist den Befragten die Digitalisierung von Planung und Steuerung der Produktion (83%) sowie der maschinelle Herstellungsprozess der Verpackungen (78%) besonders wichtig.

Das heißt, auf dem Weg zur voll vernetzten Verpackungsdruckerei müssen auch die Kunden mit eingebunden werden, vom Lieferanten bis zum Endkunden. Intelligente Assistenten können rechtzeitig melden, wenn der Vorrat an Verpackungen zu Neige geht, und Nach- Industrie 4.0 – Revolution in der  Verpackungsbranche? schub beim Verpackungsdrucker ordern, ohne dass ein Bestellformular ausgefüllt werden muss. Letztendlich plant, steuert und organisiert das digitale System nahezu alle Prozesse in der Verpackungsherstellung autark ohne nennenswerte manuelle Eingriffe: Vom Design über den Druck und die Weiterverarbeitung bis hin zu Versand und Logistik. Dieses Prinzip wird Industrie 4.0, Packaging 4.0 oder auch Print 4.0 genannt.

Doch wie wird Industrie 4.0 die Arbeitswelt im Verpackungsdruck voraussichtlich verändern?
– Gig Economy: Flexo- und Tiefdrucker suchen auf virtuellen Plattformen nach Aufträgen. Markenartikler und Handelsunternehmen schreiben sie dort global aus.
– Entstofflichung: Durch direkte Erfassung und Verarbeitung von Daten verschwinden bislang traditionelle Bürotätigkeiten in den Unternehmen
– Deep Learning: Mit Datenbanken verknüpfte Systeme erkennen Muster und ersetzen die Analyse durch hochqualifizierte Fachkräfte z.B. inder Druckvorstufe oder an den Druckmaschinen
– Drohnen, Selbstfahrsysteme: Sie ersetzen Fahrer, Lageristen sowie Zustelldienste und bringen die bedruckten Verpackungen direkt zu
den Abpackern.

Wie die drupa 2016 zeigte, arbeitet die Zulieferindustrie für den Verpackungsdruck an der Realisierung von Industrie 4.0. Doch beschränken sich viele der Lösungen bislang vorwiegend auf die Automatisierung und Digitalisierung ihrer eigenen Produkte sowie die Reduzierung von Fertigungsschritten. Jetzt kommt es darauf an, die Schnittstellen intelligent miteinander zu vernetzen, um Industrie 4.0 ein Stück näher zu kommen.
Herzliche Grüße

Ansgar Wessendorf
Redakteur

wessendorf@gk-techmedia.com

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