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Kaschierung. Flexodruck vs. Tiefdruck

90% der lösemittelbasierten Kaschierklebestoffe für die Folienkaschierung werden heute im Tiefdruckverfahren aufgetragen. Vor allem bei der schwierigen Kaschierung sehr dünner Aluminiumfolien bieten jedoch nach dem Flexodrucksystem aufgebaute Auftragssysteme interessante produktionstechnische Vorteile.

Grundsätzliches zur Folienkaschierung

Bei einer Kaschierfolie handelt es sich um ein mehrlagiges Substrat, dessen einzelne Lagen (z.B. Kunststoff- und Aluminiumfolien, Papiere) entweder inline oder durch einen separaten Arbeitsschritt mittels Klebstoffauftrag miteinander verbunden werden. Durch das Kaschieren unterschiedlicher Folienverbunde lassen sich flexible Lebensmittelverpackungen mit maßgeschneiderten Eigenschaften herstellen. Erfahren Sie mehr im eDossier “Kaschierung. Flexodruck vs. Tiefdruck.“

Dazu zählen Barrierefunktionen gegen Licht und Gase wie Stickstoff, Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf; gute Optik (Wechselspiel von Klebstoff und Druckfarbe); Festigkeit (Flächenhaftung und Siegelnaht), Siegelbarkeit (Verschlusssicherheit); sowie Peelbarkeit (Öffnungsverhalten von Verpackungen).

Zur Herstellung von Verbundfolien stehen vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Es sind dies Kaschierung (LF = lösemittelfrei und LH = lösemittelhaltig); Mehrlagen-Extrusion (Adhäsions-Promoter); LH-Primer (z.B. PU-Klebstoff); wässrige Primer (EAA-Dispersionen); Primer aus der Schmelze (EAA); sowie Maleinsäure.

Systeme für den Klebstoffauftrag

Zur Herstellung eines optimalen Folienverbunds muss bei der Kaschierung insbesondere auf einen gleichmäßigen Klebstoffauftrag geachtet werden, um beispielsweise die optische Uniformität der Klebstoffschicht sowie eine Verbundhaftung sicherzustellen.

Bei der Kaschierung wird zwischen zwei wesentlichen Auftragstechniken unterschieden:

1. Lösemittelhaltige Kaschierung

  • Glattwalzenauftrag (Schöpfwalze/Auftragswalze)
  • l Rasterwalzenauftrag (Tiefdruckzylinder/Rakel)
  • l Flexodruck („Flexo-4-roll“)

2. Lösemittelfreie Kaschierung

  • Dreiwalzenauftrag (Stahl-Gummi-Stahl)
  • Vierwalzenauftrag
  • Kaschiertechniken

Ist der zu verarbeitende Klebstoff in einem organischen Lösemittel gelöst, muss dieser vor dem Kaschierprozess in einem Trockenkanal entfernt werden. Bei der Zusammenführung der Bahnen im Kaschierwerk liegt also eine „trockene“ Klebstoffschicht vor. Daher wird dieser Vorgang als Trockenkaschierung bezeichnet.

Erfolgt das Kaschieren ohne Zwischentrocknung unmittelbar nach dem Klebstoffauftrag, so spricht man von Nasskaschieren. Bei den eingesetzten Klebstoffen handelt es sich sowohl um physikalisch trocknende aber auch chemisch vernetzende Systeme. Die Bindekraft beruht auf physikalischen Prozessen, also auf der Trocknung des Klebstoffs nach Verdunsten des Lösemittels. Bei der Kaschierung von Folien mit saugenden Materialien wie Papier oder Pappe dominiert die Anwendung von Dispersionen. Verschaffen Sie sich einen tieferen Einblick, indem Sie das Dossier für EUR 3,30 in unserem Shop downloaden.

Beschichtungssystem „Tiefdruck“

Für das Beschichten von Substratbahnen mit lösemittelhaltigen Klebstoffen auf Kaschiermaschinen wird aktuell überwiegend das Tiefdruckverfahren eingesetzt. Bestehend aus einem Tiefdruckzylinder und einem gummibeschichteten Presseur (Gegendruckzylinder) ist dies ein einfach aufgebautes und stabil arbeitendes Auftragssystem.

Zur definierten Übertragung unterschiedlicher Klebstoff-Auftragsgewichte auf die Substrate kommen Zylinder (Chrom-Rasterwalzen) mit unterschiedlichen Näpfchenvolumen zum Einsatz. Mittels elektromechanischer Gravur (in seltenen Fällen kommt auch die Lasergravur zur Anwendung) werden mikrongroße Näpfchen in die Kupferschicht des Zylinders geschlagen und diese danach galvanisch mit einer Chromschicht überzogen.

Im Beschichtungswerk rotiert dieser so hergestellte Zylinder in einer mit Kaschierklebstoff gefüllten Wanne, wobei sich die Näpfchen entsprechend befüllen und nach dem Abrakeln das Material an das zu beschichtende Substrat abgeben.

Um eine homogene Beschichtung zu gewährleisten, dürfen bei der Befüllung der Näpfchen keine Luftbläschen mit eingeschlossen werden. Um dies zu vermeiden, ist auf dem Boden der Wanne oftmals eine Stange zum Austreiben der Bläschen fixiert.

Auf modernen Kaschiermaschinen kann die Klebstoff-Beschichtung im Tiefdruckverfahren mit  sehr hoher Geschwindigkeit (max. 600 m/min) erfolgen. Das lösemittelhaltige Material wird bei Raumtemperatur mit einer Viskosität zwischen 15 und 20 Sekunden (Messbecher 4 mm) verarbeitet. Der Festkörperanteil dieser Klebstoffe beträgt 20 bis 35% und das maximale Auftragsgewicht (trocken) liegt bei bis zu 4 g/m2.  Laden Sie sich das komplette eDossier „Kaschierung. Flexodruck vs. Tiefdruck“ für EUR 3,30 direkt im Shop runter.